Kowall, Nikolaus (2026): „Industriestrategie: Technologie ist ein Mittel, Nachhaltigkeit der Zweck“ in Kurswechsel 2/2026: S. 85–90 (PDF)
Kategorie: Transformation
Die Energiewende wirkt oft wie ein undurchdringliches Techniklabyrinth aus Fachbegriffen. Doch wer ein einziges Konzept versteht, kann plötzlich vieles einordnen: den Wirkungsgrad. Er zeigt, warum Elektroautos effizienter sind als Verbrenner, weshalb Wärmepumpen besser sind als Öl-Heizungen – und warum die Transformation nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch Sinn ergibt. Kurz gesagt: Wer den Wirkungsgrad versteht, […]
Erneuerbare Energien sind günstiger im Bau, sie brauchen keine Brennstoffe und verursachen weniger Personalkosten – das heißt: Sie liefern die billigsten Stromkosten. Langfristig kommt uns die Energiewende also günstiger. Der Ökonom Nikolaus Kowall zeigt, warum wir uns nicht an die alte, fossile Energiewelt klammern sollten. Er erklärt, wie man Schwankungen bei Wind, Wasser und Sonne […]
Nie wieder Öl- und Gaskrise
Seit sich die Irankrise zuspitzt steigt der Ölpreis. Die Sperrung der Straße von Hormus könnte die Situation eskalieren, auch in Bezug auf LNG-Gas. Das führt zu einer reinen Umverteilung: Europäische Konsument:innen und die heimische Industrie zahlen mehr an Öl-Multis. Deren Profite explodieren was sie noch mächtiger und einflussreicher macht. Sie tun jetzt schon alles, um […]
Die Regierung lässt die zentrale Frage unbeantwortet: die Industrie CO₂-neutral zu machen. Nur das ermöglicht der kommenden Generation Wohlstand auf einem intakten Planeten. Mehr dazu in meinem aktuellen Kommentar der anderen für den Standard.
Österreich wird E-Auto Hub
Während es bei einigen Unternehmen der KFZ-Branche wie AVL List (Graz) oder ZKW (Wieselburg) zu bedauernswerten Entlassungen kommt, florieren andere Standorte wegen der E-Mobilität. Seit 2024 montiert Magna in Graz die elektrische G-Klasse von Mercedes. Im September wurde angekündigt, dass das Werk zwei E-SUV Modelle für den chinesischen Hersteller Xpeng produzieren wird. Nun wurde bekannt, […]
In den letzten Tagen hat der Kommissionvorschlag zum sogenannten „Verbrenner-Aus“ für Aufregung gesorgt. Schlagzeilen sprechen von Kehrtwende und einem Comeback des Verbrenners. Ein nüchterner Blick zeigt jedoch: kommunikativ wurde mehr bewegt als materiell. Die Kommission will das bisherige Nullziel (kein CO₂ am Auspuff ab 2035) ersetzen. Künftig müssen OEMs (Autokonzerne) dafür sorgen, dass bei ihren […]
Österreich hat 2024 seinen Stromverbrauch bereits zu 94 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt. Das zeigt: Die Energiewende ist keine ferne Vision mehr, sie passiert – hier und jetzt. Gleichzeitig haben wir boomende Cluster im Bereich der Kreislaufwirtschaft und immer mehr Zulieferer bauen Komponenten für E-Autos. Europa kann Transformation. Aber es gibt noch einige Baustellen. […]
Wenn alle Menschen auf der Welt so viele Ressourcen verbrauchen würden wie ein typischer Mensch in Österreich, dann bräuchten wir fast drei Erden. Unsere Art zu wirtschaften stößt an planetare Grenzen – und zwar längst. Aber: Kann unser Ressourcenverbrauch sinken, ohne dass wir verarmen? Die größten Brocken unseres Ressourcenverbrauchs betreffen Wohnen und Mobilität. Gemeinsam verursachen […]
CO₂ ist nicht nur Abgas, sondern Rohstoff: Wird es abgeschieden und mit grünem Wasserstoff zu Kunststoff verarbeitet, entsteht aus Abgas ein Wertstoff. Eine CO₂-Flasche verursacht nur ein Drittel der Emissionen einer herkömmlichen Flasche aus Erdöl. Ein großer Schritt zur nahezu CO₂-freien Kunststoffindustrie.
Die Stahlerzeugung ist die größte CO2-Schleuder unter allen Industriebranchen. Doch es gibt gute Nachrichten: Seit 2021 gibt es ein emissionsfreies Verfahren der Stahlerzeugung mittels Wasserstoffs. Dafür braucht es aber große Mengen grünen Strom. Somit ist die Energiewende der Knackpunkt für eine CO2-freie Stahlerzeugung.
Wasserstoff ist der zentrale Baustein zur Dekarbonisierung etlicher Industriebranchen, u.a. der Stahlerzeugung. Die Bundesregierung möchte hier auf Importe aus Nordafrika setzen. Viel besser wäre es den Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft in Österreich zu forcieren, so mein Kommentar in der Presse: https://www.diepresse.com/20205538/ohne-wasserstoff-kein-stahl
Über 90% der 2024 neu errichteten Stromkapazitäten entfielen weltweit auf erneuerbare Energien. Obwohl die Entwicklung in China aktuell am dynamischsten ist, ist die EU, wo 50% des Stroms aus Erneuerbaren kommt global am weitesten fortgeschritten. Diese Entwicklung sollten wir nicht bremsen, sondern abfeiern und vorantreiben.
Klimapolitik, Energiewende oder die Transformation der Wirtschaft lassen sich ohne physikalische Basiskenntnisse nicht mehr verstehen. Besonders hilfreich ist das Konzept des Wirkungsgrads. Also wieviel von der eingesetzten Energie wird dann auch in Wärme, Strom oder Bewegung umgewandelt? Ein Tipp für die Wirtschaftspolitik: Die neuen Energiesysteme sind physikalisch extrem effizient.
Erneuerbare Energien sind günstiger im Bau, benötigen weniger Personal und kommen ohne Brennstoffe aus. Zwar erfordern sie Speicher, Backup-Systeme und ein ausgebautes Netz – doch Studien zeigen: Ihre Vorteile überwiegen klar, ökologisch wie ökonomisch.
Nirgendwo in Europa ist die Energieversorgung so zentralistisch wie in Frankreich: wenige Großstandorte, Millionen Kund:innen – das Ergebnis jahrzehntelanger Industriepolitik von oben nach unten. Deutschland hingegen setzte auf Dezentralität und verteilte Risiken breiter. Heute ist die deutsche Industrie weit wettbewerbsfähiger. Hat Frankreichs Atom-Monostrategie seiner Wirtschaft langfristig geschadet?
Nikolaus Kowall, Inhaber der Stiftungsprofessur für Internationale Wirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft, Management und Finance des BFI in Wien, im Gespräch (FokusInfo 284)
Frankreich deckt 70 % seines Stroms mit Atomkraft – angeblich billig, in Wahrheit teuer. Der Bau der 56 Reaktoren war massiv staatlich subventioniert, für den komplizierten Rückbau und die Endlagerung von Uran fehlt Geld, der Stromkonzern EDF musste notverstaatlicht werden. Warum der günstige französische Atomstrom ein Mythos ist.
Atomenergie gilt oft als klimafreundliche Lösung. Doch die Realität zeigt: Sie ist teuer, langsam und unflexibel. Neue Reaktoren kosten ein Vielfaches des Geplanten, kleine modulare Reaktoren bleiben Theorie – und als Backup für Sonne und Wind taugt Atomkraft nicht. Warum die Zukunft den Erneuerbaren gehört – und wieso Atomstrom weltweit an Bedeutung verliert.
In dem angenehmen Gespräch gings um die Themen Skifahren, die Klimakatastrophe, die ökologische Transformation und Kreislaufwirtschaft. Und das es gar nicht so hoffnungslos ist.
Seit anderthalb Jahren arbeite ich an einer ökologischen Industriestrategie für die SPÖ und hatte die große Ehre, auch den SPÖ-Expertenkreis Industriepolitik zu leiten. In dieser Runde haben Abgeordnete mit Fachleuten aus der Wissenschaften, mit Praktiker:innen aus Unternehmen sowie mit Expert:innen aus Arbeiterkammer und Gewerkschaft die wichtigsten Weichenstellungen für eine CO2-neutrale Industrie des 21. Jh. zusammengetragen. […]
Meine zentrale Botschaft gegen den grassierenden Kultur-Pessimismus: Die ökologische Transformation ist kein Abbauprojekt, sondern ein Aufbauprojekt! https://www.umweltdialog.de/de/Gesellschaft/Politik/2024/Geht-es-uns-ohne-Globalisierung-besser.php