Viktor Orbán hat mit der „illiberalen Demokratie“ drei Ideen zusammengeführt:
– Erstens, den herkömmlichen europäischen Rechtspopulismus, den wir schon von FPÖ, Le Pen etc. kannten (Anti-Migration, Anti-EU etc.).
– Zweitens, den Kulturkampf der US-Rechten (gegen Gender, Eliten, „Globalisten“ etc.)
– Drittens, post-sowjetische Machttechnik nach Moskauer Vorbild (Einschränkung der Gewaltenteilung, Medienkontrolle etc.).
Orbán hat keine der drei Ideen erfunden, diese aber einzigartig zusammengeführt. Und das nicht in der grauen Theorie, sondern als reales praktisches Experiment. Er ist somit der ideologische Architekt dieses „national-populistischen“ Mixes – mindestens innerhalb der EU, wenn nicht darüber hinaus.
Dieser Mix ist von Polen, bis Italien, von Österreich bis Großbritannien noch eine wichtige Größe, er fuhrwerkt schwindelerregend in den USA, er hat in Moskau immer noch sein spirituelles Zentrum.
Aber das ideologische Original gegossen in Staatsform, der „real existierende National-Populismus“ ist nun abgewählt. Das ist weit über Ungarn, sogar über die Grenzen der EU hinaus, von Bedeutung. Es ist womöglich ein Wendepunkt.